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Schatten über dem Speyerer Dom: Das Machtgehabe des Domkustos Peter Schappert wirft grundlegende Fragen auf
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SPEYER | Speyer heute
Freitag, den 15. Januar 2016 um 12:29 Uhr
Von Klaus Stein
"Jesus war nicht reich. Er lebte als ein armer Dorfbewohner. Es ging ihm nicht darum, bei den Mächten dieser Welt beliebt zu sein. Wenn die Kirche eine Mission hat, dann besteht sie darin, die Taten Jesu kundzutun. Wie Papst Franziskus sagte, wir alle haben hin zu den Peripherien dieser Welt zu gehen und das Reich Gottes zu verkünden." Das sagte bereits 2013 Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga aus Honduras,  Leiter des achtköpfigen Kardinalsgremiums, das Papst Franziskus in wichtigen Fragen berät, und er fügte hinzu: "Kein Dienst oder Amt in der Kirche kann über die Würde, die allen gleich ist, gestellt werden - wir sind hier, um zu dienen."

Dieser neue Geist in Rom, der mit Franziskus Einzug hielt in die Zentrale katholischer Macht, scheint noch nicht überall angekommen zu sein, in Speyer sicher nicht.
Wie ist es sonst zu erklären, dass Domkapitular Peter Schappert in seiner Stellungnahme zum Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden des Speyerer Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer, sinngemäß verlautbarte, ihm sei es egal, ob man menschlich mit ihm klarkäme.
Franziskus spricht vom "Katalog der Kurienkrankheiten, Krankheiten, die jeden Christen, jede Kurie, Gemeinschaft, Kongregation, Pfarrei und kirchliche Bewegung befallen könnten."
Domkustos Peter Schappert scheint in erheblichem Maße von der "Kurienkrankheit" befallen zu sein. Die Insider, mit denen wir in den letzten Tagen gesprochen haben, bezeichnen ihn als reinen Karrieristen, der sich um die Meinung anderer nichts schert. Auch Hissnauer beklagt die mangelnde Kommunikationsbereitschaft sowie das "einseitige Setzen von Regelungen und Vorschriften" durch den kirchlichen Multifunktionar, der in einer Person Domkapitular, Domkustos, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien ist. Nicht nur den allseits geschätzten Hissnauer, der 15 Jahre lang den Dombauverein erfolgreich führte, brachte das Verhalten des Kirchenmannes zur Aussage, es habe bei ihn zu "physischen und psychischen Belastungen geführt". Ganz allgemein scheint in Schapperts Umfeld unter vielen Mitarbeitern ein Klima von Angst und Einschüchterung zu herrschen. Einer beschied Schappert die "Gefühlswärme eines Eisschranks". 
Für Pfarrer Bernhard Linvers ist der menschliche Umgang miteinander in der katholischen Kirche ein strukturelles Problem. Der Priester im Ruhestand sieht bei vielen jüngeren Kollegen einen Rückschritt in die Zeit vor dem zweiten Vatikanischen Konzil vor 50 Jahren. Papst Johannes XXIII. wollte die Dogmen der Kirche den Gegebenheiten der Zeit anpassen. "Bevor ich in der Kirche etwas anfange muss ich schauen, was für eine Gesellschaft ich habe", so Linvers der hinzufügt, "in einem demokratischen Umfeld kann ich als Leitender nicht einfach etwas anordnen, ich muss es auch begründen." Der Priester, der sich als kritisch loyalen Menschen bezeichnet, sieht in der Personalführung der Kirche durchaus Defizite die dadurch deutlich würden, dass in den vergangenen Jahren alleine im Bistum Speyer 20 Supervisoren ausgebildet worden seien. Wesentlich sei es, wie man mit Problemen umgehe, ob es bei Sachproblemen bleibe oder sie sich zu menschlichen Problemen auswachsen, so Linvers.
Obrigkeitsdenken, wie es sich bei Schappert offenbart, ist für Linvers nicht zeitgemäß und schädlich für die katholische Kirche. Er ist sich mit Papst Franziskus einig und sieht die Priester in einer dienenden Rolle die dort hingehen müssten, wo Menschen in Not sind. Auch sei die Kirche kein Geheimclub und deshalb müssten Entscheidungen transparent sein.
Die Innsbrucker Professorin Dr. Silvia Hell drückt es klar aus: "Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts." Man kann es auch auf "ein Klerus, der nicht bereit ist, diese dienende Rolle anzunehmen, taugt zu nichts" erweitern.

Hintergrund:
Was ist ein Domkustos?
Der Kustos eines Domes ist so etwas wie ein besserer Hausmeister. Er ist für dessen baulichen Unterhalt, Ausstattung, Schmuck und Beaufsichtigung verantwortlich, hütet den Domschatz, veranlasst Reinigung, Vorbereitung der Gottesdienste und Läuten der Glocken.

Was ist das Domkapitel?
Das Domkapitel hat die Gesamtverantwortung für den Speyerer Dom und ist ein Kollegium von derzeit neun Diözesanpriestern. Neben ihren liturgischen Verpflichtungen im Dom gehört es zu den Aufgaben der Domkapitulare, an der Leitung und Verwaltung der Diözese mitzuwirken.
Repräsentant und Moderator des Domkapitels ist der Dompropst, der vom Bischof ernannt wird. Er leitet die Sitzungen des Domkapitels.
Die Mitglieder des Speyerer
Domkapitels
Dompropst und Weihbischof Otto Georgens
Domdekan Dr. Christoph Kohl
Domkustos Peter Schappert
Dompfarrer Matthias Bender
Generalvikar Dr. Franz Jung
Domkapitular Dr. Norbert Weis
Domkapitular Josef Damian Szuba
Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer
Domkapitular Franz Vogelgesang

 

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